In der klassischen ISDN Telefonie ist der Primärmultiplex, kurz PMX, der Telefonanschluss für Telefonanlagen an das ISDN Netz. Andere Bezeichnungen für den PMX sind auch S2M, PRI oder E1. In der VoIP-Welt ist das Äquivalent zum PMX der SIP Trunk. In diesem Beitrag erklären wir die Eigenschaften der beiden Techniken.

Der Primärmultiplexanschluss in Europa besteht aus mindestens 16 und maximal 30 Nutzkanälen. Je zwei Kanäle dienen der Signalisierung und der Synchronisierung. Somit können bis zu 30 gleichzeitige Gespräche über einen Primärmultiplexanschluss geführt werden. Dies macht den PMX zur idealen Anschluss an eine Telefonanlage.

ISDN

Der VoIP-Anschluss

Bei VoIP funktioniert die Anbindung an das öffentliche Telefonnetz über eine VoIP-Provider. Dieser stellt dazu je nach Vertrag zwei unterschiedliche Typen von VoIP-Anschlüssen bereit. Der übliche VoIP-Anschluss entspricht eher einer Nebenstelle auf einer Telefonanlage. Bei diesen Anschlüssen kann man meist das Anrufziel, die Absenderrufnummer etc. festlegen. Auch diesen Anschluss können wir an unsere Telefonanlage anbinden. Es gibt jedoch keine Möglichkeit Durchwahlen (DID) zu nutzen, da beim einfachen VoIP-Anschluss die angerufene Nummer nicht an die Telefonanlage oder das SIP-Endgerät übermittelt wird.

Der SIP-Trunk

Nun könnte man natürlich beim Provider 30 Anschlüssen schalten, einzeln in der Telefonanlage anlegen und verwalten. Einfacher ist hier der SIP-Trunk. Hierbei handelt es sich um das VoIP Äquivalent zum PMX. Beim SIP-Trunk richtet man an seiner VoIP-Telefonanlage einen Account ein. Bei der Authentifizierung gibt es die Standard-Authentifizierung mit ID und Kennwort als auch die IP basierte Authentifizierung. Letztere hat einen kleinen Geschwindigkeitsvorteil bei der Signalisierung eingehender Anrufe und beim Aufbau ausgehender Anrufe, da der Authentifizierungsprozess wegfällt. Er benötigt jedoch mehr Aufmerksamkeit bezüglich der Sicherheit. Auf den Trunk sind beim Provider mehrere Rufnummern, meist ganze Rufnummernblöcke, geschaltet. Außerdem unterstützt der Trunk, je nach Vertrag und Anbieter, mehrere Sprachkanäle. Kommen Anrufe auf dem Trunk an, muss auf der Telefonanlage das Routing zum Ziel geschehen. Dazu sendet der Provider die angerufene Nummer in den SIP-Paketen, welche die Telefonanlage auswertet. Anders als beim üblichen VoIP-Anschluss können daher auf Providerseite keine anderen Weiterleitungsziele definiert werden. Viele Provider bieten nur für Notfälle, zum Beispiel dem Ausfall der eigenen Telefonanlage, die Umleitung auf eine andere Rufnummer an. Wobei hierbei in der Regel alle eingehenden Anrufe umgeleitet werden.

VoIP

SIP-Trunk ist günstiger als PMX

Einen SIP-Trunk mit 30 Sprachkanälen und 500 Rufnummern bekommt man bei unserem Partner QSC schon ab 20,40 € netto. Damit hat der SIP-Trunk dem Primärmultiplexanschluss auch einen Kostenvorteil. Bedenken muss man jedoch, dass für 30 gleichzeitige Gespräche auch eine Up- und Downloadbandbreite am Internetanschluss von mindesten 3 Mbit/s verfügbar sein muss, wenn man davon ausgeht, dass ein VoIP-Gespräch inkl. Overhead ca. 100 Kbit/s benötigt. Laufen über dieselbe Leitung noch weitere Dienste, kann das schnell eng werden. Ein dedizierter VDSL 25/5 oder sogar VDSL 50/10 ist eine attraktive Möglichkeit den Trunk anzubinden. Den bekommt man als VDSL 50/10 mit fester IP und echter Flatrate schon ab ca. 60 € netto. Damit haben wir Kosten für ein PMX VoIP Äquivalent für unter 80 € netto.

Einen herkömmlichen Primärmultiplexanschluss bekommt man ab einer Grundgebühr von ca. 100 € netto. Damit sind die Kosten nicht deutlich höher, aber oft sind die Gesprächskonditionen schlechter, auch wenn sich hier bereits viel getan hat. Durch VoIP-Gateways haben wir jedoch die Möglichkeit Primärmultiplexanschlüsse oder auch herkömmliche Analog-, Anlagen- und Mehrgeräteanschlüsse an unsere VoIP-Telefonanlage anzubinden. Die Gateways wandeln grob gesehen ISDN in VoIP. VoIP-Gateways bieten sich immer dann an, wenn die bestehende ISDN-Infrastruktur weitergenutzt werden möchte, oder Anwendungen zum Einsatz kommen, die auf die Funktionen analoger oder ISDN-Leitungen angewiesen sind, hierzu zählen oft Hardware-Faxgeräte und EC-Terminals. Häufig gibt es aber auch noch den Fall, dass die zur Verfügung stehende Internetbandbreite nicht ausreicht.

Grundsätzlich zieht man einen SIP-Trunk immer dann in Betracht, wenn eine eigene SIP-TK-Anlage betrieben wird. Gerade weil sich die Anzahl der Gesprächskanäle flexibel anpassen lassen, ist diese Variante auch für kleinere Unternehmen interessant, denn viele Angebote beginnen ab 4 Sprachkanälen, häufig unter 10 € netto. Die Anbindung von S0- oder S2M-Anschlüssen über VoIP-Gateways bleibt dennoch eine interessante Möglichkeit, um wie oben beschriebene Spezialanwendungen abzudecken, als Backup-Leitung oder weil technisch nicht anders möglich.

Die 3CX Telefonanlage bietet für beide Varianten Assistenten und Templates zur schnellen und einfachen Einrichtung. Die 3CX ist eine der am besten skalierbaren TK-Lösungen am Markt. Schon kleine Unternehmen können von den Leistungen der 3CX PBX profitieren.

Weitere Infos
http://de.wikipedia.org/wiki/Prim%C3%A4rmultiplexanschluss
http://en.wikipedia.org/wiki/SIP_Trunking
http://blog.qsc.de/2010/10/was-ist-eigentlich-ein-sip-trunk/

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