In unserer kleinen Mini-Serie "3CX Troubleshooting" werden wir verschiedene Themen rundum 3CX und Fehlerbehebung und Fehlervermeidung besprechen. 3CX lässt sich unter Windows und Linux auf nahezu allen Systemen installieren. Das ist zwar eine nette Geschichte, jedoch sollten einige Aspekte beachtet werden um die 3CX Telefonanlage zuverlässig zu betreiben. Wir haben einige Punkte zusammengetragen, die wir für einen stabilen Betrieb empfehlen.

In unserer kleinen Mini-Serie "3CX Troubleshooting" werden wir verschiedene Themen rundum 3CX und Fehlerbehebung und Fehlervermeidung besprechen.

Telefonie ist für viele Unternehmen ein wichtiger Bestandteil des Geschäftsbetriebs. Aber selbst wenn das nicht der Fall ist, möchte man sich keine Gedanken um seine Telefonanlage machen müssen. Daher haben wir in diesem Teil ein paar Punkte zusammengetragen, die wir für einen stabilen Betrieb empfehlen.

1. Verwenden Sie einen geeigneten Server

Die 3CX ist unkompliziert und lässt sich auch auf alter, eigentlich ausgedienter Hardware, betreiben. Doch viele Systeme laufen einfach von sich aus nicht stabil, neigen zu Abstürzen, verursachen Fehler. Ein Desktop-PC ist keine geeignete Hardware für ein wichtiges System. Auch uralte Server können Probleme bereiten. Natürlich gibt es Systeme die scheinbar ewig laufen, oft ist das aber auch nicht der Fall. In vielen Fällen reicht ein kleines System aus und man möchte kein teures Serversystem, das viel Strom verbraucht, viel Wärme produziert und auch noch laut ist. Hierfür eignen sich dann "Mini-Server", die auch für den Dauerbetrieb ausgelegt sind, wie unserer 3CX Mini Server.

Bei virtuellen Server sollte man bedenken, dass VoIP ein zeitkritisches System ist, zumindest dann, wenn der Audiostream von der Anlage verarbeitet wird (IVR, Voicemail etc.). In virtuellen System kann es bei einer hohen Dichte an virtuellen Maschinen und hoher Auslastung zu Timing-Problemen kommen. Abbrüche und Qualitätsprobleme können eine Folge sein. Im Idealfall erhält der virtuelle Server dedizierte Ressourcen.

2. Ein vernünftiges Netzwerk ist das A und O

Ein wesentlicher Aspekt von VoIP ist natürlich, dass wir hier unsere bestehende Ethernet-Verkabelung nutzen. Zwar braucht VoIP an sich nicht viel Bandbreite, nur es ist wichtig, dass bei viel Traffic auf der Leitung die Netzwerkkomponenten den VoIP-Traffic priorisiert über die Leitung schicken, damit es hier nicht zu Problemen mit Latenzen oder gar Paketverlusten kommt. Gerade in kleineren Netzwerken kommen häufig einfache Switche vom Elektronik-Großmarkt zum Einsatz. Das kann reichen, aber Profigeräte gibt es auch für kleinere Netzwerke, die die entsprechenden Funktionen wie QoS mitbringen. Das Netzwerk ist häufig auch einer der Punkte, wo die Hardware über mehr als fünf Jahre nicht ausgetauscht wird. Es funktioniert ja alles. Wir empfehlen aber, zumindest alle zwei Jahre ein Infrastruktur-Review durchzuführen um prüfen ob die Anforderungen mit der Hardware noch übereinstimmen.

Ein weiteres Thema bei den Switchen ist übrigens Power over Ethernet (PoE), also die Versorgung von angeschlossenen Endgeräten mit Energie. Gerade für VoIP-Telefone spart das Verkabelung und vereinfacht die Handhabung. Man muss keine freien Steckdosen mehr suchen und das Netzteil entfällt. Die meisten Hersteller liefern zudem gar keine Netzteile mehr mit aus, sondern bieten sie nur als Zubehör an. Das erspart Elektroschrott, wenn PoE zur Verfügung steht und ist ein Plus für die Nachhaltigkeit. Es ermöglicht zudem Administratoren ein Gerät aus der Ferne einfach mal stromlos zu machen, wenn dies Mal nötig sein sollte.

3. Keine anderen Dienste auf dem System

Grundsätzlich ist es meist empfehlenswert einen Server pro Dienst einzusetzen, einfach um auszuschließen, dass sich Dienste gegenseitig stören oder ein "Zombie-Dienst" alle anderen Dienste ebenfalls beeinträchtigt. Das erhöht zwar den administrativen Aufwand, jedoch kann man das Gröbste mit guten Tools oder Managed Service Dienstleistungen gut in den Griff bekommen. Sofern das System erstmal läuft braucht man in der Regel nur ein regelmäßiges Patchmanagement.

4. Monitoring

Überwachen Sie den 3CX Server um rechtzeitig über Probleme informiert zu werden. Manchmal kann man dann durch zügiges Eingreifen Ausfälle verhindern. 3CX bietet von Haus aus einige mögliche Benachrichtigungen an. Insbesondere die Benachrichtigung "Datenträger nahezu erschöpft/voll" und "3CX-Dienste wurden beendet oder weisen Funktionsstörungen auf" sollten auf jeden Fall aktiviert werden. Es empfiehlt sich zudem ein erweiterets Monitoring um CPU- und RAM-Auslastung ebenfalls im Auge zu behalten.

5. Sicherheit

Nehmen Sie diesen Punkt ernst, auch dann, wenn die Anlage nur lokal genutzt wird und nicht nach außen veröffentlicht ist. Nehmen Sie diesen Punkt noch viel ernster, wenn Sie VoIP-Provider nutzen oder die Anlage nach außen veröffentlichen. 3CX bietet im Standard schon gute Sicherheitsfunktionen. Sie können jedoch die Sicherheit selber noch erhöhen. Erweitern Sie die vorgegebenen Kennwörter bei den Nebenstellen um Sonderzeichen und Großbuchstaben. Nutzen Sie ruhig lange Kennwörter. Der Adminzugang sollte mit einem guten Benutzernamen und einem starken Passwort versehen sein. Und nein..."admin" oder "administrator" sind keine guten Benutzernamen. Geben Sie die Firewall nur für bestimmte IPs frei. Im Idealfall nur die VoIP-Provider und die Standorte.

 

Ich hoffe, dieser erste Teil unser kleinen Mini-Serie hilft Ihnen, die richtige Basis für Ihre 3CX zu schaffen. In Kürze folgen weitere Beiträge zu dieser Serie.

Kommentare (0)

Bisher wurden hier noch keine Kommentare veröffentlicht

Einen Kommentar verfassen

  1. Kommentar als Gast veröffentlichen.
0 Zeichen
Anhänge (0 / 3)
Deinen Standort teilen